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Das älteste Atomkraftwerk der WELT...
                                                ...gehört abgestellt!


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2. September 2014
Gemeinsame Medienmitteilung von 15 Organisationen

Offener Brief an die Regierung und das Parlament des Kantons
Aargau

45 Jahre sind zu viel – Beznau vom Netz!

Seit dem 1. September ist das älteste Atomkraftwerk (AKW) der Welt – Beznau I – seit unglaublichen 45 Jahren am Netz. Damit hat es seine vorgesehene Betriebsdauer bei weitem überschritten. Der Zahn der Zeit nagt an diesem Bauwerk und auch die ursprüngliche Auslegung der Anlage genügt in vielen Bereichen nicht mehr den heutigen Ansprüchen. Das AKW wird je länger je mehr zu einem gravierenden Risiko für die Sicherheit von hunderttausenden von Menschen im Aargau und den angrenzenden Kantonen. 15 Organisationen fordern deshalb Regierung und grossen Rat des Standortkantons auf, sich entschieden für die schnellstmögliche Stilllegung der Anlage einzusetzen.

Schon seit Februar 2012 ist Beznau I das älteste AKW der Welt. Unzählige Sicherheitsprobleme zeigen, dass seine Zeit schon lange abgelaufen ist. Die gravierendsten Mängel:
- Seit 2007 sollte die unzureichende Notstromversorgung dringend verbessert werden, die Nachrüstprojekte wurden immer wieder verschoben und sind bis heute nicht ausgeführt
- Einem (Jahrhundert-)Hochwasser hat das AKW Beznau nichts entgegenzusetzen
- Dem Bund fehlen die Evakuierungspläne zum Schutz der Bevölkerung bei einem GAU
- Das Stahlcontainment ist teilweise bis zur Hälfte durchgerostet (Muldenkorrosion)

Die oft gehörte Behauptung, dass das AKW dank Nachrüstungen auf dem aktuellen technischen Stand sei, ist schlichtweg gelogen. Selbst die Betreiberin Axpo und das Eidgenössische Nuklearsicherheits-Inspektorat (ENSI) räumen bei Nachfragen ein, dass es bloss auf dem derzeit möglichen „Nachrüstungsstand“ ist. Einige Teile, wie z.B. das Containment, das bei einem Unfall die Verstrahlung der Umgebung verhindern soll, sind zudem nicht austauschbar.

Würde das ENSI den eigenen Sicherheitsanspruch ernst nehmen, müsste Beznau allein deswegen sofort stillgelegt werden, wie Ausführungen von Fachleuten am Beznau-Hearing im Juni 2014 eindrücklich gezeigt haben. Der Zahn der Zeit ist nicht aufzuhalten und verschlimmert den Zustand der Anlage von Tag zu Tag. Für Nachrüstungen wurde und wird viel Geld in das marode AKW investiert (rund 700 Millionen Franken) – viel Geld, das sinnvoller im Bereich erneuerbare Energien eingesetzt würde.

Als selbsternannter „Energiekanton“ muss der Aargau bei der anstehenden Energiewende eine Vorreiterrolle übernehmen. Die Vorraussetzung sind bestens: Neben international führenden Firmen im Bereich der Wasser- und Windkrafttechnologie gibt es unzählige KMU, die direkt vom Ausbau der erneuerbaren Energien profitieren könnten. Nicht zuletzt sollte es dem Kanton als Besitzerin der AEW wichtig sein, dass das Mutterhaus Axpo die kommenden Veränderungen nicht verschläft und in Schieflage gerät.

Bei einem Unfall in Beznau wären hunderttausende von Menschen direkt bedroht und die Lebensgrundlage eines Grossteils der Schweizer Bevölkerung zerstört. Oberste und nobelste Aufgabe der Politik ist die Beseitigung von solchen Gefahren beziehungsweise die Sicherung der Zukunft der hier lebenden Menschen und des Landes. Wir fordern Gross- und Regierungsrat des Standortkantons Aargau auf, diese Verpflichtung ernst zu nehmen und alles in Ihrer Macht stehende zu unternehmen, um diesem gefährlichen Experiment einen Riegel zu schieben.


Offener Brief als pdf